Clara

Mein letztes Projekt aus dem vergangenen Jahr darf direkt als erster Beitrag sein Debüt im neuen Jahr feiern! Noch an Silvester habe ich die letzten Nähte gemacht und bin so glücklich mit dem Ergebnis! Und das obwohl es ganz anders wurde, als ursprünglich geplant. Ich glaube das beschreibt so ein bisschen die Stimmung, die ich mit ins neue Jahr nehme. 11Ich wollte an dieser Clara alles haben. Rücken überall. Weil ich es so in den Designbeispielen schön fand und dachte es wäre auch meins. Doch zum Glück habe ich einen Kater, der mich einmal mehr auf den Boden der Tatsachen zurück holte und nach der ersten Anprobe ein großes Veto aussprach. Er sollte Recht behalten. Ich stand noch ein paar Minuten mit der halb fertigen Clara vor dem Spiegel und letztlich fragte ich mich, was mich glücklich machen würde. Eine Clara nach dem Beispiel anderer oder eine Clara die zu mir passt?

10Und ich glaube ich habe vor fast genau einem Jahr schon einmal das Motto „Weniger ist mehr“ aufgegriffen, um mich beim Nähen mehr auf das zu konzentrieren, was ich wirklich will. Und manchmal schadet es eben nicht, sich solcher ob alten oder neuen Vorsätze wieder bewusst zu werden. Immerhin habe ich es über das vergangene Jahr hinweg recht konsequent durchgezogen und das genäht was ich wirklich brauche und was mir gefällt, mir die notwendige Zeit dafür genommen und auch Projekte abgelehnt, weil sie nicht zu mir passen, zu viel Druck erzeugen und dem Prinzip eines Hobbys dann einfach nicht mehr entsprechen.

4Und das lässt sich wohl auch nur zu gut auf andere Lebensbereiche übertragen. Dinge, die man unbedingt braucht, obwohl man sie doch nicht braucht und einen nicht glücklich machen. So zum Beispiel die hundertste Seite auf Facebook oder Instagram, die einem gefällt, weil die Person dahinter doch ach so sympathisch, kreativ oder inspirierend ist und einem ein paar Likes oder Herzchen geschenkt hat und man am Ende doch nichts davon hat. Das kennt ja irgendwie jeder, dass der Feed explodiert, man den gar nicht mehr dahinter her kommt all die Neuigkeiten wahrzunehmen.

7Manchmal lohnt sich da ein Blick von außen, ein Auge auf die Details, Reflektion, um zu erkennen, was einem wirklich gut tut und was nicht. Und dann ist es manchmal eben dieser kleine oder große Schritt, sich davon zu trennen. Und so habe ich meine Konten auf Facebook und Instagram entrümpelt, entferne, was mir nicht mehr anspricht. Und tatsächlich habe ich mir auch mein Telefonbuch vorgenommen und Kontakte gelöscht, mit denen man wirklich nichts mehr anfangen kann.
Und dann habe ich noch diese Aufräum-Doku auf Netflix geschaut, die in aller Munde ist. Und irgendwie juckt es mich richtig in den Fingern, so richtig aufzuräumen, nein zu entrümpeln. Alten Ballast los zu werden und sich auf das zu konzentrieren was man wirklich braucht – den Stoffschrank natürlich ausgenommen!

1Vor ein paar Wochen bin ich auf das Zitat „Mache niemanden zu deiner Priorität, für den du nur eine Option bist“ (von Maya Angelou) gestoßen. Und es hilft mir, auch im realen sozialen Leben auch mal nein sagen zu können. Nein zu Menschen, die mir nicht gut tun, die keinen Mehrwert für mich und mein Leben bedeuten. Nicht jeder meint es gut mit einem und nicht jeder erkennt wie gut man es mit ihm meint. Durch das Zitat habe ich einen kleinen Stupser erhalten, mal genauer auf meine Beziehungen zu schauen und wahrzunehmen, wen ich wirklich in meinem Leben brauche und wen nicht. Und auch hier ist weniger manchmal mehr. Weniger Menschen, mit denen man mehr Zeit verbringt. Mehr Qualität statt Quantität.

8Ich finde es mittlerweile sehr befreiend, Dinge und auch Menschen hinter sich zu lassen, wenn sie einem nicht gut tun, einen nicht glücklich machen.
So eben auch meine Clara, die mit dem Weniger an Rüschen für mich einfach mehr ist und mich wahrscheinlich mit zu viel dran auf Dauer nicht glücklich gemacht hätte, sondern über kurz oder lang zu einer Schrankleiche mutiert wäre. Das liegt nicht am Schnitt, doch ich glaube mit meiner Stoffwahl wäre es schnell zu viel gewesen. Also eben auch hier „Weniger ist mehr“!

3Also mache ich weiter, weiter mit dem Ausmisten und Entrümpeln, weiter mit dem Nein-Sagen und weiter mit der Konzentration und Achtsamkeit auf das was mir gut tut. Das gelingt nicht immer konsequent, aber es ist ein lebenslanger Lernprozess, in dem man seine Erfahrungen machen und sammeln muss, um seinen eigenen Weg zu finden, der einen glücklich und zufrieden macht.
Und übrigens war Maya Angelou eine wirklich starke und faszinierende Frau mit vielen wertvollen und beeindruckenden Zitaten, in denen ich mich hier und da wieder erkenne und die man sich zu Herzen nehmen sollte.

Eure Katze

Schnitt: Clara von Laneli
Stoff: Atelier Brunette über Stoffquelle

@ DufürDichamDonnerstag, sewlala

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8 Kommentare zu „Clara

  1. Jetzt musste ich erstmal den Schnitt googeln und ich muss sagen, ich finde deine rüschenlose Version schöner als im Original. Du wirst bestimmt lange Freude an deiner Clara haben.

    Liebe Grüße
    Steffi

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  2. Sieht toll aus! Deine Variante steht Dir super gut. Mit Deinem Beitrag sprichst Du mir aus der Seele. Ich habe mich dieses Jahr auf eine ganz ähnliche Reise begeben und schon alleine der Entschluss zur Entrümpelung in jede erdenkliche Richtung, der Entschluss zu mehr Achtsamkeit, mehr Dankbarkeit um (wieder) zu sich selbst zu finden, tut unheimlich gut. Weiterhin viel Spaß auf Deinem Weg! Genießen wir das Leben, es kann so einfach sein 🙂 LG Sabrina

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    1. Ganz herzlichen Dank dir, du treue Seele! ❤ Ja, man muss sich diese einfachen Grundsätze nur bewusst und immer wieder vor Augen rufen, auch wenn sie sich im Alltag manchmal verlieren, sollte man nie damit aufhören, auf sich selbst zu achten!

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  3. Liebe Stephi, heute habe ich mir, obwohl eigentlich nicht vorhanden, die Zeit genommen, deinen Beitrag zu lesen. Du sprichst mir aus der Seele. Wieder so schön geschrieben. Und die Bluse sieht so wie sie ist sehr schön aus!
    LG Resa

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  4. Tolle Bluse.
    Ich sehe du nutzt auch gerne Linkparty, die finde ich ja super. Nachdem ja letzten Sommer die DSGVO in Kraft getreten ist, sind einige Linkpartys gestorben und ich finde das unglaublich schade.
    Denn durch sie habe ich so viele tolle Blogger kennen lernen dürfen und noch mehr Inspirationen sammeln können. Zur Zeit ist es auch einfach nicht mehr so einfach zu bloggen und überhaupt wahrgenommen zu werden und dafür sind Linkpartys wirklich eine praktische Sache und darum hab ich beschlossen hier auf muckelie meine eigen Linkparty -The Creative Lovers- zu eröffnen.
    Bei den -The Creative Lovers- geht es darum, das ihr eure Kreativität zeigen könnt.
    Jeden Dienstag startet dann eine neuen Linkparty, welche eine Woche lang offen bleibt.
    Bist du dabei?
    Dann schau bei TheCreativeLover vorbei.
    LG Susanne

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    1. Liebe Susanne,
      vielen Dank für den Hinweis! Ja, leider hat die DSGVO sehr viel in der Blog-Landschaft verändert, doch darum ist es umso schöner, wenn Blogger wie du weiter kämpfen und den Austausch voran treiben! Ich werde deine Linkparty auf jeden Fall mal nutzen!
      Liebe Grüße, Stephie

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