Cara

Mein letzter Blogbeitrag ist schon ein paar Monate her und scheint aus einer ganz anderen Welt zu stammen. Einer Welt vor Corona. Einer Zeit als überschüssige Pfunde und meine Schwäche für Süßigkeiten noch mein geringstes Problem waren. Luxus im Vergleich zu den Gedanken und Sorgen, die uns heute täglich beschäftigen. Doch vor allem macht mir die Perspektivlosigkeit meiner Tochter zu schaffen. Auf dem Abstellgleis wartet sie sehnsüchtig, bis auch sie wieder zu einem wertvollen Teil der Gesellschaft werden darf und die Welt wieder die für sie gewohnte Ordnung einnehmen wird.

Mir hilft mein Hobby in dieser Zeit ungemein, da ich tatsächlich am Ende sehe, was ich für mich getan habe, einen Erfolg erzielt habe. In meiner systemrelevanten Tätigkeit – von der wir uns leider auch keine Notbetreuung kaufen können – herrscht das Schreiben von Mails und Verfahrensanweisungen zum Umgang mit der Corona-Pandemie in unserem kleinen Jugendhilfe-Kosmos vor. Da tut es einfach gut, etwas in den Händen zu halten, das auch mal keine Behelfsmaske geworden ist.

Und besonders gut tat es mir, endlich meinen lang ersehnten Blouson zu nähen. Hier hat mein Perfektionismus besonders ausgiebig und gnadenlos zugeschlagen. So brauchte ich gut ein Jahr, um einen passenden Schnitt und Zubehör zu finden. Ich hatte viele Schnitte in die engere Auswahl genommen, bei vielen war ein Bündchen notwendig und ich habe einfach keine passende Farbe finden können. Ebenso zunächst mit dem Reißverschluss. Es sollte einfach ein in sich stimmiges Gesamtbild ergeben und nicht zusammengeflickt aussehen. Der Typ für außergewöhnliche Kombinationen bin ich ja nun bekanntlich auch nicht unbedingt. So blieb mir nur das Warten und Hoffen, dass sich irgendwann alles passend zusammenfügen würde.

Und Ende März wurde endlich der passende Schnitt veröffentlicht. Cara von kibadoo. Und welch Zufall, dass Claudia aka frauliebstes genau aus diesem Stoff ihre erste Cara für die Anleitung genäht hatte. So konnte ich nicht anders und musste zum Nachmacher werden, um endlich meinen Blouson fertig stellen zu können. Doch dank Corona und den wöchentlich neuen Herausforderung sollte es noch ein wenig dauern, bis ich meine Cara endlich tragen können sollte. Wie es bei Mode Marke Eigenbau üblich ist, finden sich auch hier sicher ein paar Schwachstellen und Mängel, über die ich aber getrost hinwegsehen kann, da es meinen Stolz beim Tragen kein Stück schmälert.

Ich bin nun gespannt, was diese surreale Zeit uns bringen wird, wie es für uns weiter gehen wird und wie lange vor allem Familien diesem System noch standhalten können. Auch wenn wir bemüht sind viel Abwechslung im neuen Alltag zu bieten und gemeinsam die Zeit zu nutzen, Dinge tun, zu denen früher die Zeit fehlte, sehnen wir uns doch nach gewohnten Routinen für uns alle und weiterhin gesund zu bleiben.

Eure Katze

Schnitt: Cara von kibadoo (Ärmel um ca. 7 cm gekürzt)
Stoff: Dauphine Jacquard Cotton von Merchant and Mills

@ DufürDichamDonnerstag

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Maneela

Nennt es Werbung, nennt es Anzeige, weil ich Marken erwähne, nennt es wie ihr wollt, eigentlich ist es Inspiration, ein von mir selbst genähtes Werk bei dem alle Zutaten selbst gekauft und in mühsamer Handarbeit zusammengefügt wurden und das Endprodukt steht in keinster Weise zum Verkauf… Noch Fragen? Nein? Dann kann ich ja loslegen und euch einfach ein paar Bilder zur neuen Jacke des Kätzchens sowie in paar Zeilen zum Lesen da lassen, wie immer eigentlich! „Maneela“ weiterlesen